Kupfer ist ein essenzieller Mineralstoff, den dein Körper täglich in kleinen Mengen benötigt und der an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Ob Nüsse, Hülsenfrüchte oder Innereien – Kupfer steckt in einer Vielzahl von Lebensmitteln, die du vermutlich regelmäßig isst. Dieser Artikel zeigt dir, welche Lebensmittel besonders viel Kupfer liefern, wie hoch dein Tagesbedarf liegt und was du bei der Zubereitung beachten kannst.
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Was ist Kupfer und warum braucht dein Körper es?
Die Rolle von Kupfer im Stoffwechsel
Kupfer ist ein Spurenelement, das als Bestandteil verschiedener Enzyme zahlreiche Funktionen im Körper übernimmt. Es ist an der Bildung von Bindegewebe beteiligt, unterstützt den Transport von Eisen im Blut und trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei. Für die Pigmentierung von Haut und Haaren durch das Enzym Tyrosinase wird ebenfalls Kupfer benötigt. Darüber hinaus ist das Mineral an antioxidativen Schutzmechanismen beteiligt und unterstützt die normale Funktion des Immunsystems.
Kupferabhängige Enzyme, sogenannte Cuproenzyme, finden sich in nahezu allen Geweben des Körpers. Sie ermöglichen biochemische Reaktionen, die ohne ausreichend Kupfer nicht reibungslos ablaufen können. Besonders bekannt ist das Enzym Coeruloplasmin, das im Blut für den Eisentransport mitverantwortlich ist und zugleich den Kupferstatus des Körpers widerspiegelt.
Tagesbedarf und Referenzwerte
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene einen Schätzwert von 1,0 bis 1,5 mg Kupfer pro Tag. Dieser Bedarf lässt sich bei einer abwechslungsreichen Ernährung in der Regel gut decken. Schwangere und stillende Frauen haben einen etwas erhöhten Bedarf. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den tolerierbaren Höchstwert für Erwachsene auf 5 mg Kupfer täglich festgelegt, um eine dauerhaft übermäßige Zufuhr zu vermeiden.
Ein echter Kupfermangel ist bei gesunden Erwachsenen mit normaler Ernährungsweise vergleichsweise selten. Gefährdet sein können Menschen nach bariatrischen Operationen, mit bestimmten chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder bei sehr einseitiger Ernährung über einen langen Zeitraum. Falls du einen Mangel vermutest, ist eine ärztliche Blutuntersuchung der richtige Weg zur Diagnose.
Wechselwirkungen mit anderen Mineralstoffen
Kupfer steht in enger Wechselwirkung mit anderen Mineralstoffen, besonders mit Zink. Eine dauerhaft sehr hohe Zinkzufuhr kann die Kupferaufnahme im Darm hemmen, da beide Mineralstoffe um dieselben Transportproteine konkurrieren. Wer über einen längeren Zeitraum hochdosierte Zinkpräparate einnimmt, sollte das im Blick behalten und gegebenenfalls mit einem Arzt besprechen. Umgekehrt unterstützt Kupfer die Verwertung von Eisen: Das kupferhaltige Enzym Coeruloplasmin ist für die Oxidation von Eisen im Blut mitverantwortlich und damit an der Eisenverwertung beteiligt.
Pflanzliche Kupfer Lebensmittel im Überblick
Nüsse und Samen
Nüsse und Samen zählen zu den kupferreichsten pflanzlichen Lebensmitteln. Cashewkerne sind dabei besonders nennenswert: Mit rund 2,2 mg Kupfer pro 100 g deckt bereits eine Handvoll Cashews (ca. 30 g) einen nennenswerten Anteil des täglichen Bedarfs. Haselnüsse liefern etwa 1,7 bis 1,8 mg pro 100 g, Walnüsse rund 1,6 mg. Auch Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne sind gute Kupferlieferanten, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.
Eine Handvoll gemischter Nüsse als Snack ist damit eine der praktischsten Möglichkeiten, die tägliche Kupferzufuhr zu verbessern. Du kannst Nüsse auch in Müsli, Salate, Aufläufe oder Smoothie Bowls einarbeiten, um den Mineralstoff auf natürlichem Weg aufzunehmen.
Hülsenfrüchte und Getreide
Linsen, Kichererbsen und Sojabohnen sind weitere pflanzliche Kupferquellen. Linsen enthalten im rohen Zustand rund 0,75 mg Kupfer pro 100 g. Beim Kochen geht zwar ein Teil davon verloren, doch eine großzügige Portion Linseneintopf oder Kichererbsen-Curry trägt trotzdem spürbar zur Kupferversorgung bei. Vollkorngetreide wie Weizenkeime (ca. 0,9 mg pro 100 g) und Haferflocken sind ebenfalls kupferhaltig, wenn auch in etwas geringeren Mengen pro Portion.
Wichtig zu wissen: Der Kupfergehalt in pflanzlichen Lebensmitteln kann je nach Bodenbeschaffenheit und Anbauweise schwanken. Böden mit niedrigem Kupfergehalt bringen auch Pflanzen mit geringerem Mineralstoffgehalt hervor. Einweichen und Keimen von Hülsenfrüchten vor dem Kochen vermindert außerdem den Phytatgehalt und verbessert damit die Bioverfügbarkeit mehrerer Mineralstoffe, darunter Kupfer.
Kakao und dunkle Schokolade
Kakaopulver gehört zu den konzentriertesten pflanzlichen Kupferquellen: 100 g Kakaopulver enthalten rund 3,8 mg Kupfer. Da man Kakaopulver selten in so großen Mengen verzehrt, relativiert sich das allerdings. Ein Esslöffel Kakaopulver (ca. 7 g) in einem Heißgetränk liefert etwa 0,27 mg Kupfer. Dunkle Schokolade mit einem Kakaoanteil von 70 % oder mehr kommt auf rund 1,7 bis 1,8 mg pro 100 g. Ein Stück Schokolade (ca. 20 g) trägt demnach mit etwa 0,35 mg zur täglichen Kupferzufuhr bei.
Tierische Quellen für Kupfer in der Ernährung
Innereien als konzentrierte Kupferquelle
Unter den tierischen Lebensmitteln ist Rinderleber der mit Abstand kupferreichste Lieferant. Mit rund 14 mg Kupfer pro 100 g liegt sie weit über allen anderen Nahrungsmitteln. Schon eine kleine Portion (ca. 50 g) deckt den wöchentlichen Kupferbedarf eines Erwachsenen mehrfach ab. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, Leber nicht öfter als ein- bis zweimal im Monat zu essen, da neben Kupfer auch andere Inhaltsstoffe wie Vitamin A in hohen Mengen vorhanden sind.
Auch Kalbsleber und Hähnchenleber enthalten erhebliche Kupfermengen, wenn auch etwas weniger als Rinderleber. Wer Innereien mag, kann damit sehr effizient seinen Kupferstatus verbessern und gleichzeitig von anderen Nährstoffen wie Vitamin B12, Eisen und Folat profitieren.
Meeresfrüchte und Fisch
Austern sind nach der Rinderleber die kupferreichsten Nahrungsmittel: Rohe Austern liefern bis zu 4,5 mg Kupfer pro 100 g. Krabben und Hummer kommen auf rund 1,5 bis 1,7 mg pro 100 g. Auch Tintenfisch ist eine nennenswerte Kupferquelle. Regelmäßiger Fischkonsum trägt ebenfalls zur Kupferzufuhr bei, wenn auch in geringerem Ausmaß: Lachs und Kabeljau liefern etwa 0,2 bis 0,4 mg pro 100 g und sind damit zwar keine konzentrierten Kupferquellen, ergänzen aber eine ausgewogene Mineralstoffversorgung sinnvoll.
Milchprodukte und Eier
Milch, Joghurt und Käse tragen in moderaten Mengen zur Kupferzufuhr bei. Der Kupfergehalt von Kuhmilch ist mit rund 0,01 mg pro 100 ml vergleichsweise gering. Eier enthalten etwas mehr Kupfer, vor allem das Eigelb mit etwa 0,07 mg pro Ei. Diese Quellen eignen sich als alleinige Kupferlieferanten nicht, ergänzen aber eine abwechslungsreiche Ernährung sinnvoll.
Kupfergehalt verschiedener Lebensmittel im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt den Kupfergehalt ausgewählter Lebensmittel. Die Angaben beziehen sich auf 100 g des rohen Lebensmittels und orientieren sich an gängigen Nährwertdatenbanken wie dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) und der USDA-Datenbank.
| Lebensmittel | Kupfer (mg pro 100 g) | Kategorie |
|---|---|---|
| Rinderleber | 14,0 | Tierisch |
| Austern (roh) | 4,5 | Tierisch |
| Kakaopulver (ungesüßt) | 3,8 | Pflanzlich |
| Cashewkerne | 2,2 | Pflanzlich |
| Haselnüsse | 1,8 | Pflanzlich |
| Dunkle Schokolade (70 % Kakao) | 1,8 | Pflanzlich |
| Krabben | 1,7 | Tierisch |
| Walnüsse | 1,6 | Pflanzlich |
| Weizenkeime | 0,9 | Pflanzlich |
| Linsen (roh) | 0,75 | Pflanzlich |
| Avocado | 0,19 | Pflanzlich |
| Spinat | 0,13 | Pflanzlich |
Kupferaufnahme und Bioverfügbarkeit
Was die Aufnahme beeinflusst
Nicht das gesamte Kupfer aus der Nahrung wird im Darm aufgenommen. Die sogenannte Bioverfügbarkeit hängt von mehreren Faktoren ab. Aus tierischen Lebensmitteln wird Kupfer in der Regel etwas besser absorbiert als aus pflanzlichen Quellen. Bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, wie Phytate in Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide, können die Mineralstoffaufnahme im Darm etwas reduzieren. Einweichen, Keimen oder Fermentieren von Hülsenfrüchten und Getreide vor der Zubereitung vermindert den Phytatgehalt und verbessert damit die Verfügbarkeit.
Ein sehr hoher Zinkgehalt in der Mahlzeit kann die Kupferaufnahme ebenfalls hemmen, da Zink und Kupfer dieselben Darmtransporter nutzen. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung ohne hochdosierte Zinksupplemente ist dieser Effekt jedoch in der Praxis kaum relevant.
Verarbeitungsgrade und Kupfergehalt
Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto mehr Kupfer kann verloren gehen. Vollkornprodukte enthalten mehr Kupfer als Weißmehlprodukte, weil bei der Raffination des Getreides kupferreiche Bestandteile wie Keime und Kleie entfernt werden. Frische und möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel sind daher vorzuziehen. Das Kochen in Wasser führt zu gewissen Mineralstoffverlusten, die bei normalen Garzeiten jedoch überschaubar bleiben. Dämpfen schont Nährstoffe generell besser als langes Kochen in reichlich Wasser.
Kupfermangel erkennen und vorbeugen
Ein Kupfermangel tritt bei gesunden Erwachsenen mit normaler Ernährungsweise selten auf, kann aber bei bestimmten Risikogruppen vorkommen: nach bariatrischen Operationen, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder bei sehr einseitiger Ernährung über einen langen Zeitraum. Mögliche Anzeichen, die auf einen niedrigen Kupferstatus hinweisen können, sind anhaltende Müdigkeit, eine verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen sowie neurologische Beschwerden. Diese Symptome sind nicht spezifisch für Kupfer und können viele verschiedene Ursachen haben. Eine Diagnose ist nur durch eine ärztliche Blutuntersuchung möglich.
- Sehr einseitige Ernährung ohne Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte erhöht das Risiko eines niedrigen Kupferstatus.
- Menschen nach bariatrischen Eingriffen sollten ihren Mineralstoffstatus regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.
- Hochdosierte Zinksupplemente über längere Zeiträume können die Kupferaufnahme verringern.
- Bei Verdacht auf einen Mangel ist immer eine ärztliche Blutuntersuchung der richtige Weg, keine eigenverantwortliche Supplementierung.
Praktische Tipps für mehr Kupfer im Alltag
Alltagsstrategien für eine gute Kupferversorgung
Wer sich abwechslungsreich ernährt, nimmt in der Regel ausreichend Kupfer auf. Dennoch gibt es einfache Stellschrauben, mit denen du deine Kupferzufuhr gezielt verbessern kannst. Der regelmäßige Verzehr von Nüssen und Samen ist dabei einer der praktischsten Ansätze, da diese als Snack oder Ergänzung zu vielen Gerichten geeignet sind und keine aufwendige Zubereitung erfordern.
Auch der Griff zu dunkler Schokolade statt zu Milchschokolade bringt nicht nur mehr Kupfer, sondern auch mehr Kakao-Polyphenole und weniger Zucker. Hülsenfrüchte lassen sich in viele Alltagsgerichte integrieren und sind zusätzlich reich an Ballaststoffen und pflanzlichem Protein. Wer auf Vollkornprodukte setzt, nimmt neben Kupfer automatisch auch mehr Ballaststoffe und weitere Mineralstoffe auf.
- Täglich eine Handvoll Nüsse essen, zum Beispiel Cashews, Haselnüsse oder Walnüsse als Snack oder im Müsli.
- Zwei- bis dreimal pro Woche Hülsenfrüchte in Mahlzeiten einbauen, als Eintopf, Salat oder Aufstrich.
- Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte bevorzugen, um neben Kupfer auch andere Mineralstoffe und Ballaststoffe aufzunehmen.
- Dunkle Schokolade mit mindestens 70 % Kakaoanteil als gelegentliche Kupferquelle wählen.
- Einmal pro Woche Meeresfrüchte wie Garnelen oder Krabben in den Speiseplan aufnehmen.
- Leber ein- bis zweimal im Monat als sehr kupferreiche Mahlzeit einplanen, wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.
Nahrungsergänzungsmittel als Ergänzung
Kupfer ist in vielen Multivitaminpräparaten und Mineralstoffkomplexen in kleinen Mengen enthalten. Wer einen ärztlich festgestellten Kupfermangel hat, kann unter ärztlicher Aufsicht Kupferpräparate einnehmen. Von einer eigenverantwortlichen hochdosierten Kupfersupplementierung ohne medizinischen Befund ist dagegen abzuraten, da eine dauerhaft übermäßige Zufuhr gesundheitliche Folgen haben kann. Die EFSA nennt einen tolerierbaren Höchstwert von 5 mg Kupfer pro Tag für Erwachsene. Wer seinen Kupferstatus verbessern möchte, sollte in erster Linie auf eine abwechslungsreiche Ernährung setzen und Supplementierung nur erwägen, wenn ein Arzt einen Mangel oder erhöhten Bedarf bestätigt hat.
Für weitere Informationen zur Mineralstoffversorgung kann dir auch ein Artikel über thiaminreiche Lebensmittel zeigen, wie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe in einer ausgewogenen Ernährung zusammenwirken.
Häufige Fragen zu Kupfer in Lebensmitteln
Welche Lebensmittel enthalten am meisten Kupfer?
Rinderleber hat mit rund 14 mg Kupfer pro 100 g den höchsten Gehalt aller Lebensmittel. Danach folgen Austern mit etwa 4,5 mg pro 100 g. Unter den pflanzlichen Quellen steht Kakaopulver mit rund 3,8 mg pro 100 g ganz oben, gefolgt von Cashewkernen mit 2,2 mg und Haselnüssen mit etwa 1,8 mg pro 100 g. Auch dunkle Schokolade, Walnüsse und Krabben zählen zu den kupferreicheren Lebensmitteln.
Wie viel Kupfer brauche ich täglich?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene einen Schätzwert von 1,0 bis 1,5 mg Kupfer täglich an. Dieser Bedarf lässt sich bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten in der Regel gut decken. Bei besonderen Lebensumständen wie Schwangerschaft, Stillzeit oder bestimmten Erkrankungen kann eine ärztliche Beratung sinnvoll sein.
Kann ich zu viel Kupfer über die Ernährung aufnehmen?
Über normale Lebensmittel ist eine Kupferüberdosierung kaum möglich. Ein Risiko besteht in erster Linie bei unkontrollierter Einnahme hochdosierter Kupferpräparate oder bei genetischen Erkrankungen wie dem Morbus Wilson, bei dem Kupfer sich im Körper anreichert. Die EFSA hat den tolerierbaren Höchstwert für Erwachsene auf 5 mg täglich festgelegt.
Hemmt Zink die Kupferaufnahme?
Ja, eine dauerhaft sehr hohe Zinkzufuhr kann die Kupferaufnahme im Darm verringern, da beide Mineralstoffe um dieselben Transportproteine konkurrieren. Bei normaler Ernährungsweise ohne hochdosierte Zinksupplemente ist dieser Effekt in der Praxis kaum relevant. Wer langfristig Zinkpräparate in hoher Dosierung einnimmt, sollte das mit einem Arzt besprechen.
Verliere ich Kupfer beim Kochen?
Kochen in reichlich Wasser kann zu gewissen Mineralstoffverlusten führen, da wasserlösliche Inhaltsstoffe ins Kochwasser übergehen. Bei normalen Garzeiten bleiben die Verluste jedoch überschaubar. Dämpfen schont Nährstoffe besser als Kochen. Vollkorngetreide verliert beim industriellen Raffinieren mehr Kupfer als beim einfachen Kochen, da kupferreiche Randschichten und Keime entfernt werden.

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