Naturkosmetik ohne Parabene: Warum es sich lohnt, umzusteigen

Wer beim Kauf von Cremes, Lotionen oder Seren auf die Inhaltstoffliste schaut, findet dort häufig Einträge wie Methylparaben oder Propylparaben. Wenn du auf Parabene verzichten möchtest, bietet zertifizierte Naturkosmetik mit ihren zahlreichen Vorteilen eine klare Alternative mit definierten Standards und unabhängig geprüften Siegeln. In diesem Artikel erfährst du, was Parabene chemisch sind, welche natürlichen Konservierungsstrategien es gibt und wie du beim Einkauf die richtigen Produkte für deinen Hauttyp erkennst.

Was sind Parabene genau?

Parabene sind eine Gruppe synthetisch hergestellter chemischer Verbindungen, die seit den 1950er-Jahren in Kosmetika als Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Der Name leitet sich von der Para-Hydroxybenzoesäure ab. Die bekanntesten Vertreter sind Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben und Butylparaben. In der INCI-Liste auf deiner Verpackung erkennst du sie an der charakteristischen Endung "-paraben".

Parabene wurden so populär, weil sie preisgünstig sind, in kleinsten Mengen wirken und ein breites Spektrum an Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen hemmen. Sie verlängern die Haltbarkeit von Produkten und verhalten sich in Emulsionen chemisch neutral, verändern also weder Geruch noch Konsistenz. Daher fanden und finden sie sich in schätzungsweise 70 bis 90 Prozent der konventionellen Pflegeprodukte.

Warum verzichten viele Menschen auf Parabene?

Die Diskussion um Parabene entfachte sich, nachdem Forschende feststellten, dass bestimmte Vertreter dieser Gruppe schwache östrogene Effekte im menschlichen Körper zeigen können. Parabene können die Haut durchdringen und ins Gewebe übertreten. Die EU hat daraufhin reagiert: Isopropylparaben, Isobutylparaben, Phenylparaben, Benzylparaben und Pentylparaben sind in Kosmetika inzwischen vollständig verboten. Propylparaben und Butylparaben dürfen nur noch in sehr niedrigen Konzentrationen eingesetzt werden.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen diesen Verdacht zum Anlass, grundsätzlich umzusteigen. Hinzu kommen ökologische Bedenken: Parabene wurden in Flüssen, Meeressedimenten und aquatischen Organismen nachgewiesen. Wer also neben der eigenen Hautgesundheit auch auf Umweltverträglichkeit achtet, findet in zertifizierter Naturkosmetik ohne Parabene eine konsequente Entscheidung.

Natürliche Alternativen zu Parabenen

Damit ein Kosmetikprodukt ohne Parabene nicht binnen weniger Tage verdirbt, braucht es wirksame Alternativen. Die Naturkosmetikbranche setzt dabei auf eine Reihe pflanzlicher, mineralischer und lebensmittelzugelassener Stoffe sowie auf Formulierungsstrategien, die Mikroorganismen von vornherein wenig Lebensraum bieten.

Phenoxyethanol ist einer der verbreitetsten Ersatzstoffe und gilt in der EU-weit erlaubten Konzentration von bis zu einem Prozent als gut verträglich und gut untersucht. Er ist kein Naturstoff im strengen Sinne, wird aber von mehreren Naturkosmetik-Zertifizierungssystemen toleriert.

Benzylalkohol kommt natürlich in ätherischen Ölen vor und wirkt antimikrobiell. Da sein Wirkspektrum allein begrenzt ist, wird er meist in Kombination mit anderen Stoffen eingesetzt.

Rosmarinextrakt und andere polyphenolreiche Pflanzenextrakte wirken antioxidativ und hemmen das Keimwachstum, besonders in der Fettphase von Cremes und Ölen.

Kaliumsorbat und Natriumbenzoat sind Salze, die vor allem in wässrigen Produktphasen eingesetzt werden. Beide sind seit Jahrzehnten in Lebensmitteln zugelassen und gut untersucht.

Tocopherol (Vitamin E) schützt primär die Fettphase vor dem Ranzigwerden und wirkt antioxidativ. Es ergänzt andere Konservierungsmaßnahmen, ersetzt sie aber nicht vollständig.

Eine verbreitete Strategie ist das Zusammenspiel mehrerer dieser Stoffe, kombiniert mit wasserarmen oder wasserfreien Formeln. Ohne Wasserphase haben Bakterien und Pilze grundsätzlich deutlich weniger Angriffsfläche, weshalb Öle, Balsams und feste Produkte naturgemäß haltbarer sind.

Parabene vs. natürliche Konservierungsmittel im Vergleich

KonservierungsstoffHerkunftWirkspektrumVerträglichkeitErlaubt in EU-Naturkosmetik
MethylparabenSynthetischBreit (Bakterien, Pilze)Diskutiert (Östrogeneffekt)Eingeschränkt
PropylparabenSynthetischBreitStark limitiertNein (NATRUE/BDIH)
PhenoxyethanolHalbsynthetischMittelGut untersucht, max. 1 %Teilweise ja
BenzylalkoholNatürlich (ätherische Öle)MittelGut, selten allergischJa
KaliumsorbatNaturidentischPilze, HefenSehr gutJa
RosmarinextraktPflanzlichAntioxidativSehr gutJa
Tocopherol (Vit. E)PflanzlichAntioxidativSehr gutJa

Naturkosmetik-Marken ohne Parabene

Zertifizierte Naturkosmetik nach NATRUE, BDIH oder COSMOS schließt Parabene grundsätzlich aus. Zu den bekanntesten deutschen und europäischen Marken in diesem Bereich gehören:

  • Weleda: Eines der ältesten Naturkosmetik-Unternehmen, BDIH-zertifiziert, mit breitem Sortiment ab etwa 5 Euro.
  • Dr. Hauschka: NATRUE-zertifiziert, bekannt für Gesichtspflege auf biodynamischer Rohstoffbasis, Produkte ab rund 12 Euro.
  • Lavera: NATRUE-zertifiziertes Sortiment mit guter Verfügbarkeit, viele Produkte ab 4 Euro erhältlich.
  • Alverde (dm): Eigenmarke von dm, vegan und paraben-frei, Produkte ab rund 3 Euro.
  • Alnatura Beauty: COSMOS-zertifiziert, im Biomarkt und online erhältlich, ab etwa 4 Euro.
  • i+m Naturkosmetik: Vegane, zertifizierte Naturkosmetik aus Berlin, viele Produkte ab 8 Euro.

Du erkennst paraben-freie Naturkosmetik nicht nur an Siegeln, sondern auch an der INCI-Liste: Wenn du keinen der Einträge Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben oder Butylparaben findest, ist das Produkt paraben-frei. Für den schnellen Check im Laden helfen Apps wie Codecheck, INCI Beauty oder Yuka.

Beim Einkauf die richtigen Produkte erkennen

Das wichtigste Werkzeug ist die INCI-Liste, die in der EU für alle Kosmetikprodukte verpflichtend vorgeschrieben ist. Zutaten werden in absteigender Reihenfolge ihres Anteils aufgelistet. Verlasse dich beim Kauf nicht auf Eigenbezeichnungen wie "natural", "bio" oder "green" ohne Siegel, da diese Begriffe in der EU für Kosmetik gesetzlich nicht geschützt sind.

Folgende Siegel schließen Parabene grundsätzlich aus und sind durch unabhängige Kontrollen gesichert:

  • NATRUE: Europäischer Naturkosmetik-Standard, strenge Positivliste, drei Stufen (Naturkosmetik, zertifizierte Naturkosmetik, Bio-Naturkosmetik).
  • BDIH: Verband für kontrollierte Naturkosmetik, schließt synthetische Duftstoffe, Farbstoffe, Parabene und Silikone aus.
  • COSMOS Natural und COSMOS Organic: Internationaler Standard, der auch Anbaukriterien für Rohstoffe berücksichtigt.
  • Ecocert: Französisches Prüfinstitut, vergibt Zertifikate nach COSMOS-Standards.

Für Menschen mit empfindlicher Haut, Kontaktallergien oder in besonderen Lebensphasen wie Schwangerschaft und Stillzeit bietet zertifizierte Naturkosmetik eine gute Orientierung, da die Inhaltsstofflisten oft kürzer und transparenter sind als bei konventionellen Produkten.

Häufige Fragen zu Naturkosmetik ohne Parabene

Sind Parabene in Deutschland verboten?
Nicht vollständig. Bestimmte Parabene wie Isopropylparaben und Isobutylparaben sind in Kosmetika EU-weit verboten. Propylparaben und Butylparaben dürfen nur in niedrigen Konzentrationen eingesetzt werden. Methylparaben und Ethylparaben sind weiterhin erlaubt. Zertifizierte Naturkosmetik schließt alle Parabene freiwillig aus.
Wie erkenne ich Parabene in der Inhaltsstoffliste?
Parabene tragen in der INCI-Liste immer die Endung "-paraben", also zum Beispiel Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben oder Butylparaben. Für den schnellen Check im Laden genügt eine kostenlose App wie Codecheck oder INCI Beauty, mit der du den Barcode scannen kannst.
Ist paraben-freie Naturkosmetik teurer?
Nicht zwangsläufig. Zertifizierte Naturkosmetik ohne Parabene gibt es bereits ab wenigen Euro, etwa bei Drogeriemarkt-Eigenmarken wie Alverde oder bei Alnatura. Hochwertigere Linien von Dr. Hauschka oder Weleda kosten mehr, liegen preislich aber oft nicht weit von vergleichbaren konventionellen Markenprodukten entfernt.
Halten Produkte ohne Parabene kürzer?
Naturkosmetik ohne Parabene hat nach dem Öffnen oft eine kürzere Haltbarkeit als konventionelle Produkte, weil die Konservierung weniger aggressiv ist. Auf der Verpackung findest du das PAO-Symbol (Period After Opening), zum Beispiel "6M" für sechs Monate. Wasserfreie Produkte wie Öle, feste Shampoos oder Balsams halten deutlich länger, da Mikroorganismen ohne Wasser kaum wachsen können.

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Was Parabene sind und warum viele Menschen sie meiden

Parabene als Konservierungsstoffe in konventioneller Kosmetik

Parabene sind synthetische Ester der Para-Hydroxybenzoesäure. In der Kosmetikindustrie werden sie seit den 1950er-Jahren verwendet, weil sie das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen in wässrigen Formulierungen hemmen. Cremes, Lotionen, Shampoos und Make-up-Produkte enthalten häufig eine Kombination mehrerer Parabene, um ein breites Wirkspektrum abzudecken.

Die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 regelt, welche Parabene in welchen Konzentrationen zulässig sind. Methylparaben und Ethylparaben dürfen einzeln bis zu 0,4 Prozent enthalten sein. Propylparaben und Butylparaben sind auf maximal 0,14 Prozent pro Stoff begrenzt. Für Mischungen aus verschiedenen Parabenen gilt ein Gesamthöchstwert von 0,8 Prozent. Propylparaben und Butylparaben sind in Pflegeprodukten für Kleinkinder unter drei Jahren darüber hinaus eingeschränkt.

Auf der INCI-Liste erkennst du Parabene an der Wortendung -paraben. Folgende Einträge deuten auf ihre Anwesenheit hin:

  • Methylparaben
  • Ethylparaben
  • Propylparaben
  • Butylparaben
  • Isobutylparaben
  • Isopropylparaben

Das Vorsorgeprinzip als Grund für den Umstieg

Parabene stehen im Verdacht, als endokrine Disruptoren zu wirken, also den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Das Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS) der EU-Kommission hat die vorhandenen Daten mehrfach bewertet und Propylparaben sowie Butylparaben in bestimmten Produktkategorien vorsorglich eingeschränkt. Einen abschließenden wissenschaftlichen Beweis für eine Gesundheitsgefährdung beim bestimmungsgemäßen Gebrauch gibt es nach aktuellem Stand nicht. Viele Menschen entscheiden sich dennoch nach dem Vorsorgeprinzip dafür, Parabene in ihrer Hautpflege zu meiden. Dieser Entschluss ist eine persönliche Abwägung und kein Ausdruck einer nachgewiesenen Gefahr.

Natürliche Alternativen zu Parabenen in zertifizierter Naturkosmetik

Pflanzliche Konservierungsstrategien im Überblick

Zertifizierte Naturkosmetik ohne Parabene setzt auf Konservierungskonzepte, die von unabhängigen Stellen geprüft werden. Der Ansatz ist dabei nicht immer ein direkter Ersatz, sondern häufig eine Kombination mehrerer Maßnahmen:

  • Rosmarinextrakt: hemmt die Oxidation von Fetten und hat eine gewisse antimikrobielle Wirkung
  • Vitamin E (Tocopherol): Antioxidans, das Öle und fettreiche Formulierungen länger haltbar macht
  • Benzylalkohol in Kombination mit Salicylsäure: in vielen COSMOS-zertifizierten Produkten verbreitet; bei stark empfindlicher Haut kann eine Reaktion auftreten
  • Phenylethanol: natürlich vorkommend in Rosen und anderen Blüten; von den meisten Naturkosmetik-Standards zugelassen
  • Ätherische Öle (z.B. Lavendel, Teebaum): antimikrobiell wirksam, reichen als alleinige Konservierung aber meist nicht aus
  • Aloe Vera: wirkt feuchtigkeitsspendend und unterstützt in Kombination mit anderen Stoffen die Produktstabilität

Wasserfreie Formeln als Konservierungsalternative

Eine besonders konsequente Strategie ist der Verzicht auf Wasser in der Formulierung. Bakterien brauchen Feuchtigkeit zum Wachsen. Feste Seifen, Gesichtsöle, Trockenöle, Balsame und feste Shampoos enthalten kein freies Wasser und benötigen deshalb kaum oder gar keine Konservierungsstoffe. Diese Produktkategorie ist in der Naturkosmetik in den letzten Jahren stark gewachsen. Sie bietet dir den Vorteil, dass die INCI-Liste kürzer und überschaubarer ausfällt. Für Personen, die gerade mit dem Umstieg beginnen, sind feste oder ölige Produkte daher ein einfacher Einstieg.

Siegel und Zertifizierungen für Naturkosmetik ohne Parabene

Welche Siegel Parabene zuverlässig ausschließen

Der Begriff "Naturkosmetik" ist in Deutschland und der EU rechtlich nicht geschützt. Jeder Hersteller kann sein Produkt als natürlich bezeichnen, ohne dass das eine inhaltliche Bedeutung hätte. Anerkannte Siegel unabhängiger Zertifizierungsstellen schaffen Klarheit. Alle Siegel in der folgenden Tabelle schließen Parabene aus:

Siegel Herausgeber Parabene erlaubt Synthetische Duftstoffe Biozertifizierter Anteil
NATRUE (Stufe 1 Naturkosmetik) NATRUE International Nein Nein Pflanzliche Basis gefordert
BDIH Bundesverband BDIH Nein Nein Ja, pflanzliche Rohstoffe bevorzugt
Cosmos Organic IFOAM / Cosmébio u.a. Nein Nein Mind. 95 % der Pflanzenstoffe bio
Cosmos Natural IFOAM / Cosmébio u.a. Nein Nein Naturidentische Basis, niedrigere Bio-Schwelle
Ecocert Cosmos Ecocert SAS Nein Nein Mind. 5 % bio (bezogen auf Gesamtprodukt)

Wichtig: Auch Produkte ohne eines dieser Siegel können parabenfreie Inhaltsstoffe haben. Das Siegel sagt aber, dass ein unabhängiges Institut die Formulierung geprüft hat und nicht nur der Hersteller selbst eine Angabe macht.

INCI-Liste lesen: Parabene im Zutatenverzeichnis erkennen

Die INCI-Nomenklatur listet alle Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihrer Konzentration im Produkt. Je weiter vorne ein Stoff steht, desto mehr davon ist enthalten. Parabene stehen in der Regel weit hinten in der Liste, weil sie in kleinen Mengen wirksam sind. Du erkennst sie zuverlässig an der Endung -paraben. Falls du dir bei einem Stoff unsicher bist, kannst du die offizielle INCI-Datenbank der Europäischen Kommission kostenlos online nutzen, um mehr über Funktion und Zulassungsstatus eines Inhaltsstoffs zu erfahren.

Der Umstieg auf parabenfreie Naturkosmetik in der Praxis

Schritt für Schritt: Welche Produkte du zuerst ersetzen solltest

Du musst nicht sofort alle Kosmetikprodukte auf einmal wechseln. Sinnvoll ist es, zunächst bei Produkten anzufangen, die lange auf der Haut verbleiben und nicht abgewaschen werden. Diese haben den längsten Hautkontakt und sind deshalb bei einem Umstieg am relevantesten:

  • Gesichtscreme: täglich aufgetragen, bleibt stundenlang auf der Haut
  • Körperlotion: großflächige Anwendung, oft mehrmals täglich
  • Deodorant: empfindliche Region mit dünner Haut
  • Sonnenschutz: wird in großen Mengen aufgetragen und bei intensiver Nutzung selten vollständig abgewaschen
  • Make-up aus Naturkosmetik: Foundation, Concealer und Rouge bleiben den ganzen Tag auf der Haut

Abwaschprodukte wie Duschgel oder Shampoo stehen auf der Haut nur kurz in Kontakt und können in einem zweiten Schritt umgestellt werden. Wenn du nach und nach umsteigst, hast du außerdem Zeit, deine Erfahrungen mit einzelnen Produkten zu sammeln, bevor du weitere hinzufügst.

Kosten und Haltbarkeit realistisch einschätzen

Zertifizierte Naturkosmetik ohne Parabene ist in vielen Fällen teurer als konventionelle Produkte aus dem Drogeriemarkt. Die Gründe liegen im höheren Anteil hochwertiger pflanzlicher Rohstoffe, den Anforderungen der Zertifizierungsstellen und der aufwendigeren Konservierung. Einsteigerprodukte von Naturkosmetikmarken beginnen preislich ab etwa 8 bis 10 Euro für eine Gesichtscreme aus Naturkosmetik. Spezialisierte Seren oder Pflegeöle kosten ab 15 bis 20 Euro aufwärts.

Naturkosmetik ohne synthetische Konservierungsstoffe hat nach dem Öffnen häufig eine kürzere Haltbarkeit als konventionelle Produkte. Achte auf das PAO-Symbol (Period After Opening) auf der Verpackung, das als geöffneter Tiegel mit einer Monatsangabe dargestellt wird, zum Beispiel "12M" für zwölf Monate. Schließe Produkte nach der Verwendung sorgfältig und bewahre sie kühl und trocken auf. Wenn du ein Produkt selten nutzt, lohnt sich ein kleineres Gebinde.

Naturkosmetik ohne Parabene für verschiedene Hauttypen

Empfindliche und zu Reaktionen neigende Haut

Wer empfindliche Haut hat, sollte beim Umstieg auf Naturkosmetik ohne Parabene besonders achtsam vorgehen. Nicht jeder natürliche Inhaltsstoff ist automatisch verträglich für jede Haut. Ätherische Öle etwa, die in mancher Naturkosmetik als Duft und Wirkstoff eingesetzt werden, können bei sensibler Haut Reizungen auslösen. Duftfreie Formulierungen sind für diesen Hauttyp oft die verträglichere Wahl.

Teste neue Produkte zunächst an einem kleinen Bereich, zum Beispiel an der Innenseite des Handgelenks. Warte 24 Stunden, bevor du das Produkt großflächig anwendest. Das gilt auch dann, wenn das Produkt mit einem Naturkosmetik-Siegel ausgezeichnet ist, denn Zertifizierungen belegen die Zusammensetzung, nicht die individuelle Verträglichkeit.

Trockene, fettige und Mischhaut im Vergleich

Der Hauttyp beeinflusst, welche Formulierung du wählen solltest, hat aber keinen direkten Zusammenhang mit der Frage, ob Parabene verträglich sind oder nicht. Bei trockener Haut eignen sich reichhaltige Formulierungen auf Basis von Sheabutter, Jojoba oder Arganöl. Diese Inhaltsstoffe sind mit dem NATRUE-Standard und dem COSMOS-Standard gut vereinbar und häufig in zertifizierter Naturkosmetik zu finden. Bei fettiger oder Mischhaut sind leichtere, wasserbasierte Gele oder Serums sinnvoll, die keine schweren Öle enthalten. Mischungen aus Hydrolaten (Blütenwässern) und leichten Pflanzenölen wie Hanfoder Traubenkernöl bieten einen guten Mittelweg für Mischhaut. Auch bei diesem Hauttyp gibt es zertifizierte parabenfreie Produkte in einer großen Preisspanne.

Naturkosmetik ohne Parabene im Drogeriemarkt und Online erkennen

Worauf du im Regal achten solltest

Im Drogeriemarkt findest du mittlerweile ein großes Angebot an Produkten, die als parabenfreie Naturkosmetik positioniert sind. Nicht alle davon sind zertifiziert. Um schnell einen Überblick zu bekommen, hilft folgende Checkliste beim Einkauf:

  • Suche nach einem der genannten Siegel auf der Vorderseite oder dem Rücketikett
  • Lies die INCI-Liste und achte auf die Endung -paraben
  • Prüfe das PAO-Symbol und notiere dir das Öffnungsdatum, sobald du das Produkt benutzt
  • Vergleiche Volumen und Preis, um den Preis pro Milliliter zu berechnen
  • Wähle bei neuen Marken zunächst ein kleineres Gebinde, um die Verträglichkeit zu testen

Online einkaufen und Inhaltstoffe vorab recherchieren

Beim Online-Kauf hast du den Vorteil, dass du die INCI-Liste bereits vor dem Kauf prüfen kannst, sofern der Hersteller sie auf seiner Website veröffentlicht. Viele Naturkosmetikmarken gehen dabei transparent vor und listen alle Inhaltsstoffe mit Erklärungen auf. Kostenlose Datenbanken wie die INCI-Datenbank der Europäischen Kommission oder unabhängige Verbraucherportale ermöglichen es dir, einzelne Inhaltsstoffe zu recherchieren. Wenn du unsicher bist, ob ein Stoff als Paraben einzustufen ist, gib den Begriff in die INCI-Suche ein und prüfe die Funktionskategorie des Inhaltsstoffs.

Auch bei veganer Naturkosmetik ist das Meiden von Parabenen Standard, denn die meisten veganen Naturkosmetikmarken setzen auf Zertifizierungen, die Parabene ausschließen. Der Markt bietet heute für nahezu jeden Bedarf eine parabenfreie Alternative, von der Tagescreme über den mineralischen Sonnenschutz bis zur getönten Feuchtigkeitscreme.

Häufige Fragen zu Naturkosmetik ohne Parabene

Sind Parabene in der EU verboten?

Nein, Parabene sind in der EU nicht generell verboten. Die Kosmetikverordnung der EU legt Höchstkonzentrationen fest. Propylparaben und Butylparaben sind in Produkten für Kleinkinder unter drei Jahren zusätzlich eingeschränkt. Zertifizierte Naturkosmetik schließt Parabene freiwillig aus, weil die zugrundeliegenden Standards synthetische Konservierungsstoffe dieser Art nicht zulassen.

Ist parabenfreie Naturkosmetik automatisch verträglicher für meine Haut?

Nicht zwangsläufig. Ob ein Produkt verträglich ist, hängt von deiner individuellen Haut und der Gesamtformulierung ab. Auch pflanzliche Inhaltsstoffe wie ätherische Öle oder bestimmte Pflanzenextrakte können bei manchen Personen Reaktionen auslösen. Teste neue Produkte immer zuerst an einer kleinen Stelle und beobachte die Reaktion deiner Haut.

Wie erkenne ich echte Naturkosmetik ohne Parabene im Drogeriemarkt?

Das zuverlässigste Merkmal ist ein anerkanntes Siegel wie NATRUE, BDIH oder Cosmos Organic auf der Verpackung. Diese Siegel schließen Parabene vertraglich aus. Falls kein Siegel vorhanden ist, prüfe die INCI-Liste auf der Rückseite und achte darauf, dass kein Eintrag mit der Endung -paraben vorkommt.

Wie lange ist parabenfreie Naturkosmetik nach dem Öffnen haltbar?

Die Haltbarkeit nach dem Öffnen (PAO) variiert je nach Konservierungskonzept und Formulierung. Viele zertifizierte Naturkosmetikprodukte haben nach dem Öffnen eine Haltbarkeit von sechs bis zwölf Monaten. Das geöffnete Tiegel-Symbol mit einer Monatsangabe auf der Verpackung gibt konkrete Auskunft. Schließe Produkte nach jeder Anwendung und bewahre sie vor Wärme und direkter Sonneneinstrahlung auf, um die Haltbarkeit zu verlängern.

Kann ich Naturkosmetik ohne Parabene selbst herstellen?

Ja, einfache Produkte wie feste Körperbutter oder Trockenöle lassen sich zuhause ohne Konservierungsstoffe herstellen, weil sie kein Wasser enthalten. Wässrige Produkte wie Cremes oder Lotionen sind deutlich anspruchsvoller, da ohne geeignete Konservierung schnell Keime wachsen können. Für selbst hergestellte wässrige Kosmetika, die auf der Haut angewendet werden, ist eine fachkundige Beratung zu Konservierung und Hygiene empfehlenswert.


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